Evangelische Stephanus-Kirchengemeinde Berlin-Zehlendorf
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Advent, da wartet was.

In jedem von uns wartet etwas darauf, geboren zu werden. Und das ist meist größer als das, was wir leben. Da gibt es die Träume vom Neuanfang. Im Beruf. In der Freizeit. In den Beziehungen. Große und kleine Anfänge. Oft angestoßen durch Bilder, durch Klänge, durch Erlebnisse.

 

Eine Palme im Fernsehen weckt da schon die Sehnsucht nach der Ferne und ein Duft von warmen Waffeln Erinnerungen daran, was man als Kind einmal werden wollte. Wir merken dann: „Eigentlich bin ich doch noch ganz anders?!“ Anders als das, wozu man sich selbst oder andere einen gemacht haben.

 

Manchmal ist es einfach so. Da spürt man in sich selbst, dass da etwas darauf wartet, geboren zu werden. Und was das ist, ist nicht immer ganz klar. Da gibt diese innere Unruhe, die einem in den Gliedern steckt. Und man merkt: „Eigentlich bin ich doch noch ganz anders?!“

 

Unter der scheinbar festen biografischen Erdkruste deuten sich tektonische Verschiebungen an. Im Inneren glüht man. Und manchmal kommt es zu Ausbrüchen wie bei einem Vulkan. Da muss dann was aus einem raus. Das ist so wie bei unserer Seele. Auch die glüht manchmal und bricht aus.

 

Wir Christen reden mit unserem Gott und sagen: „Du bist so unerforschlich groß!“ Das Gleiche gilt aber auch für uns selbst, die wir von Gott gemacht sind: „Unsere Seele ist so unerforschlich groß!“ Unermesslich reich. Wir sind mehr und wir können mehr als das, was wir häufig selbst oder andere aus uns machen.

So zu denken ist heilsam und gut. Wir brauchen Wandlungen. Verwandlungen. Immer wieder. Und zwar gerade dann, wenn wir denken, fertig zu sein. Fertig sind wir erst mit dem Tod. Und selbst da: wer weiß... Ist der Tod ja auch nicht ein Ende, sondern der Anfang von etwas anderem. Der Advent ist eine Chance im Jahr.

 

Die Chance sich zu fragen, ob da noch mehr oder ob da noch was anderes in einem steckt?! Etwas, das darauf wartet, geboren zu werden? Haben wir davon schon eine Ahnung? Auch wenn nicht in jedem Advent schon eine Wandlung steckt, aber diese Zeit der Erwartung kann daran erinnern.

 

Nie ist man der gleiche wie im Vorjahr. Am Wiederholten merkt man die Veränderungen. Die Advents- und Weihnachtszeit mit ihren festen Riten kann dabei helfen sich zu erinnern wie es beim letzten Mal war. Oma war noch dabei. Die Kinder sind größer geworden. Zwischenzeitlich hat man einen neuen Beruf. Eine neue Liebe. In einer neuen Stadt.

 

Und Gott? Mein Gott wächst. Er wächst mit mir zusammen. Er verwandelt sich mit mir in meinen Verwandlungen. Er wird mir zur Palme, die mein Fernweh weckt und mich in Bewegung setzt. Er wird mir zum Duft warmer Waffeln, der mich an meine längst vergessenen Träume erinnert.

 

Und er wird mir zur Antwort auf die Ahnung: „Eigentlich bin ich doch noch ganz anders?!“ Da wartet etwas in einem darauf, geboren zu werden. Und Gott freut sich auf diese Geburt. Nicht nur auf die Geburt Jesu, seines Sohnes, sondern auch auf meine Geburt, der ich zwar irgendwie anders, aber auch sein Kind bin.

 

An Weihnachten gebiert sich Gott selbst. In einem kleinen Kind wird eine Ahnung davon geweckt, dass im Kleinen was Großes steckt. Dass in jedem von uns mehr steckt. In der Geburt Jesu können wir sehen: Gott wird immerzu gezeugt, ausgetragen und geboren. Eine gesegnete Advents- und
Weihnachtszeit wünscht Ihnen


Ihr Pfarrer Alexander Heck

(30.11.2017, az)

 

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